Originaltitel: Vivian. USA, 1965. Regie: Bruce Conner. Kamera: Bruce Conner. Schnitt: Bruce Conner. Darsteller: Vivian Kurz. Schwarzweiß. 3 Min.


 

 


 

Bruce Conner fängt die Schönheit seiner Freundin Vivian Kurz ein. In nur drei Minuten schnell geschnittenen Schwarzweißfilms observiert Conner die strahlende, junge Frau, die auf ihrer eigenen Kunstausstellung Fotos schießt. Obwohl es scheinbar nur ein privater, kleiner Moment für Vivian Kurz war, räumt Conner ihrer Person durch diesen dokumentarischen Film eine hohe Relevanz ein. Er macht aus der wenig öffentlichen Frau einen feiernswertern, so genannten "Celebrity". Am Ende des Kurzfilms verschmilzt Künstlerin mit Kunst, als sie sich in einen gläsernen Schrank legt. Conner filmt, wie Murmeln über die Glasplatte über ihrem Gesicht, rollen. Ein Kunstwerk ist geschaffen.

Die Größe des Films "Vivian" liegt nicht an der Qualität der Bilder, sondern an der unheimlich persönlichen, sehr subjektiven Liebeserklärung an Vivian Kurz durch die Kamera. Die Faszination geht von jenen visualisierten Emotionen wie Zuneigung und Respekt aus, die Conners "Vivian" auf äußerst subtile Weise äußert. "Vivian" ist ein emotionaler Gefühlsfilm – im Gegensatz zu Conners sonstigen "Found Footage"-Werken. "Vivian" spricht Liebe und Respekt durch Schnitt und Kamera aus.