Originaltitel: 7/64: Leda mit dem Schwan. Österreich, 1964. Regie: Kurt Kren. Produktion: Kurt Kren. Kamera: Kurt Kren. Schnitt: Kurt Kren. Darsteller: Otto Mühl. Farbe. 3 Min.
Otto Mühls Materialaktion "Leda mit dem Schwan" zeigt ein junges Nacktmodell, das sich mit verschiedenen Flüssigkeiten, Essensresten, Nägeln und einer Schwanfigur begießen, beträufeln und ausstellen lässt. Die surreale Bilderpracht, der verschiedenen Farben und Formen, die hier mit dem nackten, weiblichen Körper interagieren, ist wahrlich faszinierend und anziehend. Kren beobachtet gern die Brüste der jungen Frau und separiert die wenig klassische Erotik aus Mühls Aktion, die jegliche Erotik in der Nacktheit elimieren sollte, heraus.
Da leider die junge Frau aufgrund mehrerer ungebetener Zuschauer die Aktion abbrach, konnte Kren seine strukturell gefilmte, extrem schnell geschnittene Dokumentation der Aktion nicht vollenden. Er schnitt die Luftballonszene aus der vorherigen Mühl-Verfilmung "Mama und Papa" zwischen die letzten Szenen zwischen "Leda" und ihrem "Schwan". Und trotz jener Unvollkommenheit ist "Leda mit dem Schwan" eine der besten, visuell völlig aus dem Rahmen fallenden Avantgardevisionen Krens. Ein Faktor für die grandiosen Bilder mag die wenig provokante Art und Weise Mühls Aktion sein. Obwohl er ziemlich auf dem nackten Körper der Frau mit allerlei Flüssigkeiten und Esswaren herumpantscht, bleiben die meisten Bilder auf eine gewisse Art und Weise ästhetisch und wirken nie abstoßend oder ekelerregend.