Originaltitel: Filmstudie. Deutschland, 1926. Regie: Hans Richter. Schwarzweiß. 4 Min.

 


 

 

1926 entstand Hans Richters "Filmstudie", sein erster wirklich fotografischer Film. Seine früheren Werke, die "Rhythmus"-Filme, die zwischen 1921 und 1925 entstanden waren lediglich Animationsfilme, in denen Richter mit geografischen Formen und deren rhythmische Formwandlung experimentierte. Auch in "Filmstudie" gibt es diese abstrakten Formen, die sich überlappen und wiederum neue Formen bilden. Doch erstmals kombiniert Richter hier diese mit echten Live-Action-Szenerien. Richter benutzt außerdem negatives Filmmaterial und verschiedene Überlagerungen, um das Bild noch mehr zu verfremden.

"Filmstudie" markiert nicht nur den Übergang zwischen der filmischen Form für Richter, sondern, einhergehend damit, die Vermischung von dadaistischen Bildern mit surrealistischen. Zu Beginn arrangiert er verschiedenste Glasaugen, ein klassisches, surrealistisches Motiv, die von der Leinwand aus direkt auf den Zuschauer starren. Zu einem anderen Zeitpunkt beobachtet er eine Masse Gänse oder einen mit einem Hammer arbeitenden Mann – gibt diese Bilder allerdings in negativen Farbtönen wieder.

Richter kombiniert verschiedene Stile und Filmformen miteinander, ohne zwingend etwas aussagen oder transportieren zu wollen. Der Film ist ein Experiment, so eindeutig wie der Titel: Eine Studie über die Möglichkeiten des Medium Films und wie die Grenzen zwischen Animation und Fotografie ausradiert werden.