Originaltitel: Boogie-Doodle. Kanada, 1948. Regie: Norman McLaren. Musik: Albert Ammons. Farbe. 3 Min.



 

 


 

Auf einem hellblauen Hintergrund reihen sich linksbündig vertikal acht Sprachennamen unterschiedlicher Typographie auf: Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Deutsch, Italienisch, Schwedisch und Holländisch. In allen Sprachen übersetzt folgt nun in Laufschrift ein und der gleiche Satz: "Das Staatsfilmamt von Kanada führt einen ohne Kamera erzeugten Probefilm von Norman McLaren vor; Zeichnungen mit Feder und Tinte unmittelbar auf 35mm-Filmstreifen angebracht." Erst dann erscheint die Titelvorspannkarte. Der Film heißt "Boogie Doodle"; den Boogie komponierte die 30er-Jahre-Jazzlegende Albert Ammons, den Doodle (zu Deutsch: das Gekritzel) besorgte Filmemacher McLaren selber, wie oben beschrieben.

Dann beginnt auch schon Ammons Jazzpiano den schnellen boogiewoogie voranzutreiben. Und zur Musik rast ein blauer Punkt auf rotem Hintergrund, verfolgt von einem schwarzen Strich, der sich gerne mal zu einem Herzchen formt, über die Leinwand. Die Farben sind kräftig, das Tempo hoch. Norman McLarens visuelle Untermalung der Musik ist schwungvoll, rhythmisch und für einen Experimentalfilm recht ausgelassen. Wo Bedeutung und Symbolik zugunsten von abstrakter Musikverfilmung ausgelassen werden, entsteht ein Kurzfilm, der sich der Visualisierung des Pianostückes verschrieben hat und darin durchaus einen faszinierenden Erfolg zu verbuchen hat.